[Review] Train Sim World 4

Neues Jahr, neues Glück! Der Simulator „TrainSimWorld“ geht in die vierte Runde. Dovetail Games hat es uns wieder ermöglicht, den Simulator vorab zu testen.

Was hat sich dieses Jahr verändert, wie gut sind die mitgelieferten Inhalte? Intertrain und Meridian2002 werfen einen Blick auf den TSW 4.

Inhalt – was wird mitgeliefert?

  • 3 Strecken:
    • East Coast Main Line: Peterborough – Doncaster
      • LNER BR Class 801
    • Antelope Valley Line: Los Angeles – Lancaster
      • Metrolink F125
    • S-Bahn Vorarlberg: Lindau – Bludenz mit der ÖBB 4024
      • ÖBB BR 4024 (Talent 1)
    • In der Deluxe Edition außerdem:
      • LNER Class A3 60103 Flying Scotsman
      • Railpool BR 193 Vectron
      • Strecke: Nahverkehr Dresden – Riesa

Die East Coast Main Line

Der im Simulator abgebildete 80 Meilen lange Abschnitt ist Teil der East Coast Main Line, die von London nach Edinburgh führt. Im Vorbild ist die Strecke auf bis zu 125 mph, das entspricht 201 km/h, ausgelegt.

Die Strecke an sich ist nett ausgestaltet, es erwarten einen jedoch keine Highlights. Ergänzend hierzu muss man sagen, dass das weniger an DTG, sondern eher an der Vorbildumgebung liegt. Selbstverständlich gibt es wieder Miniquests zu erledigen, aber ansonsten ist die Strecke eben „nur“ eine Schnellfahrstrecke.

Negativ im Test aufgefallen ist, dass der Außensound der Class 801 nicht vorhanden war. Dies wurde zwischenzeitlich gepatcht.

Die Class 801 wurde vorbildrecht umgesetzt, das Erscheinungsbild des Zuges wirkt stimmig. Auch die Zugsicherungseinrichtung funktioniert vorbildgerecht.

Aus unserer Sicht ist die englische Strecke die schwächste Strecke der drei mitgelieferten.


Die Antelope Valley Line

Die gut 77 Meilen lange Strecke von Los Angeles nach Lancaster ist ein Teil des Metrolink-Systems rund um Los Angeles (am ehesten mit einem deutschen S-Bahnnetz vergleichbar).

Der Zug bringt das bullige, amerikanische Flair sehr gut herüber. Die Physik des Zugverbandes wirkt sehr stimmig.

Sehr negativ aufgefallen ist jedoch die Darstellung Los Angeles‘. Die Union Station an sich hat noch einen großen Wiedererkennungswert (wenngleich man an einigen Stellen der Station ins Terrain gebuggt wird). Der Rest Los Angeles lässt jedoch kaum etwas wiedererkennen: es fehlen u.a. die zahlreichen Hochhäuser.

Ein Glück, dass sich das nicht auf den Rest der Strecke bezieht: sobald man L.A. einmal verlassen hat, kommt das kalifornische Flair gut rüber. Da sind einerseits die Gestaltung der Orte und andererseits die Flächengestaltung mit Wüste, kleinen Sträuchern und kleinen Hügeln.


Die S-Bahn Vorarlberg

Die gut 68km lange Strecke Bludenz – Lindau-Insel führt durch Feldkirch, Dornbirn und Bregenz. Eröffnet wurde die Strecke 1872. Die Strecke wird heute von zahlreichen Fern-, Regional-, Güter- und S-Bahnzügen genutzt.

Dem Hobbybahner fällt natürlich sofort auf, dass die Strecke nicht dem aktuellen Stand entspricht: die Strecke stellt den Zustand von 2016 dar. Die wichtigsten Änderungen gegenüber heute: Lindau-Reutin ist nur ein Güterbahnhof, in Lindau Hbf. sind nicht alle Gleise elektrifiziert, Lindau-Insel heißt noch Lindau Hbf.

Auch der mitgelieferte Talent 1-Triebzug der ÖBB ist noch unmodernisiert und kommt in der alten grau-roten Lackierungsvariante daher.

Von der Ausgestaltung ist diese Strecke ganz klar die beste der drei Strecken. Die Umgebung und auch die Stationen weisen einen hohen Wiedererkennungswert auf. Bei den Fahrten direkt am See merkt man, wie gut die Atmosphäre am Bodensee umgesetzt und welche Details verbaut worden sind (kleine Anleger mit Schiffchen). Aber auch das Bergmassiv ist sehr gut umgesetzt und beeindruckt nicht weniger.

An der Strecke gibt es nur wenige Kritikpunkt: die Strecke ist leer. In der Realität besteht auf der Strecke Güterverkehr, aber auch viel Regional- und Fernverkehr. Das vermisst man in der TSW4-Umsetzung leider. Nur sporadisch begegnet man in den Szenarien einem Talent. Davon abgesehen wurden bei der Bahnhofsgestaltung in Österreich deutsche Objekte verwendet. So sieht man die deutschen Sektorenanzeiger und DB-Mülleimer z.B. in Dornbirn. Im Talent 1 widersprechen sich bei der Türfreigabe der Overlay-Text und die Angabe auf dem Schalter.

Dennoch ist die Vorarlberger Strecke die beste der drei mitgelieferten Strecken.


Gesamteindruck

Technisch hat sich wenig wahrnehmbares im Vergleich zu „Train Sim World 3“ getan. Die Streckenauswahl ist jedoch sehr überzeugend und vielfältig. Für die Zukunft wurden weitere Strecken und Fahrzeuge, u.a. die BR 218 und die Maintalbahn, angekündigt.

Da die Strecken kleinere Fehler aufweisen, wird der TSW 4 mit der Schulnote „gut – 2“ bewertet.


Preis

Den Train Sim World 4 gibt es hauptsächlich drei verschiedenen Varianten: Standard Edition, Deluxe Edition und Special Edition. Hinzu gesellen sich noch einige „Themenpacks“ wie eine UK-Edition oder eine US-Edition.

Die Standard Edition kostet 44,99€, die Deluxe Edition 64,99€ und die Special Edition 104,99€.


Weiterführende Links

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